+++Ziel erreicht+++

Nach 19 Jahren in der Kreisliga steigt der Traktooor wieder eine Liga auf. Aufgrund des vergebenes Matchballs gegen Radibor kam es zum Endspiel in Milkel.

Als hätte sich der Fußballgott diese Konstellation gewünscht. Der Traktooor duellierte sich am letzten Spieltag in Mikel um Meisterschaft und Aufstieg. Dazu feierten die Blau-Weißen ihr 40 jähriges Vereinsjubiläum. 350 Zuschauer ließen sich diesen Leckerbissen bei geschmeidigen 32 Grad nicht entgehen.

Coach Böhm musste im Vorfeld schwierige Entscheidungen treffen, indem er Spieler aus dem 18 köpfigen Aufgebot streichen musste. Überragend war dennoch, dass diese Spieler dennoch normal zum Treff erschienen und sich mit umzogen. Einfach eine überragende Teameinstellung.

Schon bei der Erwärmung kribbelte es bei den Spielern. Die Ansprachen waren zu diesem Spiel zudem intensiver und jeder war heiß auf das Match.

Mit Anpfiff hatte der Traktooor zunächst mehr Ballbesitz. Eine erste Halbchance von Seidel konnte jedoch geklärt werden. Die Abwehrlegenden Nitsche und Biesold konnten souverän die Angriffsbemühungen im Keim ersticken. Zudem waren sie stets über Standards gefährlich.
Die erste Ecke führte gleich zum Rückstand. Mieter brachte den Ball scharf aufs kurze Eck und Biesold enteilte seinem Bewacher und köpfte einstudiert ins Tor.

Am Rückstand gab es nun zu knabbern. Bis zur Trinkpause lief nicht viel zusammen. So musste erste Anweisungen und neue Motivation her. Nach der Trinkpause schnürte der Traktooor die Milkler vor dem eigenen Tor ein. Eine Riesenchance jagte die nächste. Zunächst kombinierte man sich in den Strafraum, als Lehmann unfreiwillig auf Benad ablegte, der direkt aufs Tor abzog. Keeper Mertens parierte und den Nachschuss kratzte er fulminant aus dem kurzen Eck und verhinderte so den sicheren Ausgleich.

Danach führte der Traktooor einen Eckball kurz aus. Lehmann blieb im Anschluss beim ersten Schuss hängen, doch holte sich den Rebound und brachte ihn Richtung Tor. Der abgefälschte Schuss konnte kurz vor der Linie geklärt werden. Danach erreichte eine Flanke von rechts den völlig frei stehenden Kittel, der leider den Ball per Direktabnahme neben das Tor setzte. Weitere Abschlüsse fanden nicht den Weg ins Tor. Auf der anderen Seite war Hüter Haupt bis auf einen Kopfball von Wolf nahezu beschäftigungslos. Dies lag an der überragenden Abwehr um Haase, Mitscherlich, Becker und Schwurack, die fast jede brenzlige Situation souverän lösen konnten.

So ging es mit einem Rückstand in die Pause. In Hälfte Zwei wurden die Abschlüsse weniger. Milkel spielte konsequent auf Zeit und beim Traktooor lief nicht viel zusammen. Einzig ein gefährlicher Abschluss durch Hertrampf war zu verzeichnen. So musste wieder die Trinkpause als Gamechanger herhalten. Coach Böhm brachte mit Günther, Sickor, Schuster und Schwarz neue frische Kräfte, die sofort da waren und einen Mehrwert lieferten.

Dennoch blieben die klaren Abschlüsse weiter aus. In der 79.Minute dann der Glücksmoment. Nach einem Freistoß konnte Milkel unzureichend klären. Der Ball landete bei Hertrampf und der an diesem Tag bisher wenig auffällige Ballkünstler lief quer zur Strafraumkante und schloss unter Bedrängnis mit links ab. Der Ball flog perfekt in den linken Winkel und der Gästeblock tobte.

Doch es waren noch 11 Minuten zu spielen. Milkel nun mit der Brechstange und vielen langen Bällen auf den eingewechselten Zielspieler Zschuppe. Doch klare Chancen ergaben sich nicht. In der 86. Minute zündete eine seit Jahren einstudierte Variante des Traktooors. Abschlag Haupt auf den langen Schuster, der per Kopf auf den startenden Benad verlängerte. Der Kapitän, der bisher eher unterm Radar blieb im Spiel, Schloss direkt Volley ab und versenkte den Ball zum umjubelten 2:1 Führungstreffer.

Danach ging nicht mehr viel. Milkel glaubte nicht mehr dran und der Traktooor verteidigte mit Herz und Leidenschaft.

Nach dem erfolgten Abpfiff kannten die Emotionen kein Halten mehr. Das Ziel war auf der wohl spannendsten Art und Weise erreicht. Im Anschluss erfolgten Siegerehrung durch den WFV und nachdem man ordentlich vor Ort feierte, bewegte sich die Partytruppe nach Malschwitz zur Meisterfeier.

Wir danken allen Fans, Betreuern, Partnern, Sponsoren und weiteren Unterstützern für diese tolle Saison. Nun ruhen sich alle Spieler und Trainer aus, ehe es Mitte Juli in die Vorbereitung für die KOL Saison geht.

Gut Kick vom Meister und Aufsteiger.

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